"Signale": Wer nicht hören will muss fühlen

"Signale": Wer nicht hören will, muss fühlen ...

 

Ich weiß nicht, ob Dir das auch schon mal passiert ist, dass Du von jetzt auf gleich aus der Bahn geworfen wurdest? Damit meine ich, dass etwas Dich aus Deiner Spur gebracht und vielleicht sogar Dein Leben total verändert hat.

 

Mir ist es so gegangen. Ich verlor buchstäblich den Boden unter den Füßen, weil ich ausrutschte und keinen Halt mehr fand. Das endete mit einem Sprunggelenksbruch am rechten Bein. Jeder, der anschließend davon hörte, war erstaunt. Denn im allgemeinen bin ich sehr gelenkig und habe, zumindest in früheren Zeiten, regelmäßig Sport gemacht. Insofern konnte sich mein Umfeld nur darüber wundern. Und ich selbst wollte es auch nicht wahrhaben.

 

Doch welche(s) Signal(e) hatte ich übersehen? In dieser Zeit hatte ich viel "um die Ohren", machte eine Ausbildung nach der anderen und war ständig irgendwohin unterwegs. Das, was ich tat machte mir aber ziemlich viel Spaß und ich fühlte mich so richtig im Flow. Dachte ich. In Wirklichkeit war ich schon etwas "überdreht".

Sei ehrlich mit Dir selbst ...

Dabei gab es Hinweise, die das Gegenteil andeuteten. Ich hatte zwar Spaß an dem, was ich tat, doch es war zu viel auf einmal. Die Ausbildungen hatten sich überschnitten und forderten meine Aufmerksamkeit. Und es kam immer mehr Input dazu. Ich hatte mir eingeredet, dass ich das schon hinbekam, wenn ich mir meine Zeit richtig einteilte.

 

Ja, die Zeit gut einteilen ist sicher wichtig, doch wenn ich meine Aufgaben und Verabredungen nicht reduzierte, bringt auch kein Zeitmanagement der Welt etwas. Was ich auch bemerkte, dass ich in dieser Zeit teilweise gar nicht schlafen konnte. Kein guter Schlaf, kein Auftanken, keine gute Konzentration. Ich war gefühlt immer auf 180. 

 

Ehrlich mir mir selbst? Ich reflektiere oft und viel. Doch hier hatte ich mir etwas vorgemacht. Außerdem brauche ich als introvertierter Mensch mehr Zeit um alles zu verarbeiten und zu verdauen. Aber nein, ich stemmte gleich zwei Ausbildungen auf einmal und Diverses mehr. Und auf diese Weise übersah ich die vielen kleinen Signale, die es schon lange vorher gegeben hatte.

Die meisten Unfälle passieren im Stresszustand

Bist du im Stress und sorgst nicht dafür, mindestens einen Gang runterzuschalten, ist das eine risikoreiche Zeit. Denn Unfälle passieren immer dann, wenn Du Deine Balance verloren hast. Und dann fallen die Signale meist so groß aus, dass Du gar nicht anders kannst, als Dich um sie zu kümmern. 

 

So zum Beispiel bei einer Bekannten, die einen megalangen, anstrengenden Tag hinter sich hatte und dann noch spät auf der Autobahn nach Hause fuhr. Sie hatten alles gegeben und fühlte sich ausgelaugt. Ausreichend Pausen zwischendurch - Fehlanzeige. Sie war ja gleich zu Hause ...

 

Doch dann platzte plötzlich mitten auf der Fahrt ein Autoreifen. Ein besseres Signal dafür, dass bei ihr die Luft raus ist, konnte es nicht geben. Doch nachdem sie mit vollem Reifen wohlbehalten Zuhause angekommen war, waren es nur noch wenige Stunden, die sie sich Schlaf gönnte. Am nächsten Tag wollte sie zur Tagesordnung übergehen, weil sie einiges auf dem Zettel hatte. Doch Pustekuchen. Sie bekam eine heftige Migräne. Wie wäre es wohl noch weitergegangen, wenn sie nicht endlich auf die Bremse getreten wäre?

Stresssymptome sind auch wichtige Hinweise

Die typischen Stresssymptome sind wichtige Hinweise und Signale, die gesehen werden wollen. Je mehr Dein Erregungsniveau ansteigt und je mehr Stresshormone in Deinem Blut sind, desto heftiger können die Signale ausfallen. Du "musst" gar nichts. Doch häufig ist das der typische innere Dialog, der Dich nicht zur Ruhe kommen lässt.

 

Mit einer Wahl: Ich kann/könnte oder ich werde/will nimmst Du Dir selbst jede Menge Druck. Wenn Du auf Dich selbst achtest und Dich wichtig nimmst, kannst Du rechtzeitig vorbeugen. An die Perfektionisten unter uns: Nichts muss perfekt sein. Das ist meistens Dein eigener Anspruch. Wenn Du merkst, dass Du zu viel auf einmal willst, lass es lieber. 

Selbst_bewusstsein, Selbst_wert und Selbst_achtung: Nimm Dich wichtig!

Diese starken 3 "PS" sorgen am besten dafür, dass Du Dich selbst wichtig nimmst und auf Dich achtest, damit sich Signale im Außen gar nicht erst zeigen. Denn Du bist wichtig. Wenn Du gesund bist und auf Dich achtest, kannst Du für andere viel mehr tun. Denn verausgabst Du Dich in der falschen Annahme, dass ein Nein gerade nicht geht, kann es sein, dass Du schon erste Signale übergehst.

 

Außerdem: Nimmst du Dich wichtig, werden es andere auch tun. Wenn Dir beim Lesen schon aufgefallen ist, dass Du bereits einige Deiner Signale unter den Tisch hast fallen lassen, dann fang spätestens jetzt an für Dich zu sorgen.