Emotionaler Stress: Denkst Du noch, oder fuehlst Du schon ... ?

Emotionaler Stress: Denkst Du noch, oder fühlst Du schon ... ?

Gefühle zu haben und sie zu spüren, ist ein Geschenk. Und doch macht das Fühlen an sich vielen Probleme und

auch Angst. Manche werden öfter als es Ihnen Recht ist von ihren Gefühlen geradezu überschwemmt. 

 

Beides kann Stress machen: Entweder, Du fühlst erst gar nichts oder spürst Dich und Deine Gefühle nicht, oder aber es ist des Guten zu viel und das macht Dir Stress und Angst.

 

Das mag der Grund dafür sein, dass viele von uns immer schnell ins Denken switchen. Denn wenn ich die Frage stelle, wie fühlst Du dich, antworten die meisten mit einem Schwall von Antworten. Oder benutzen das schöne Wörtchen "eigentlich". "

 

Eigentlich ganz gut." Warum dieses Hintertürchen? Darf es Dir denn nicht gut gehen? Wenn ja, lass doch das eigentlich einfach weg.

Ich denke, ganz gut ...

Wenn Du es gewohnt bist, dass Du rational und mental alles gut im "Griff" hast, bist Du sicher jemand, der erst denkt und dann vielleicht erst seine Gefühle bemerkt - wenn überhaupt. Wenn du Dich jetzt angesprochen fühlst bzw. etwas in Dir darauf reagiert, dann kann ich Dich nur einladen, achtsamer zu werden.

 

Zu fühlen und damit festzustellen, was Du brauchst oder auch nicht brauchst, hilft dir dabei Grenzen zu setzen. Das gehört für mich zur Selbstachtung dazu. Wenn Du schon über Deine Bedürfnisse hinweg gehst, wirst Du überrascht sein, wie viele das dann auch tun.

 

Deshalb trau Dich in jedem Augenblick zu fühlen, anstatt zu denken. Das erfordert Achtsamkeit und einen Moment

der inneren Ruhe.

Als Kind haben Dir Gefühle möglicherweise Angst gemacht

Kinder lernen erst mit zunehmendem Alter ihre Emotionen zu händeln. Sie lernen ihre Gefühlen abzureagieren - Selbstregulation. Je nachdem, wie sehr Du durch Erlebnisse im Kindesalter geprägt bist, kannst Du mit Deinen Gefühlen umgehen. Aber, sie können Dir eben auch Angst machen und Dich in Stress versetzen.

 

Andererseits verhelfen Dir Deine Emotionen Dich selbst auch zu schützen. Das fällt Menschen, die distanziert mit ihren Gefühlen umgehen, sehr schwer. Manch einer wundert sich dann, wie emotional sein Gegenüber reagiert. 

 

Wenn Du also jemand bist, der es mit dem Fühlen nicht so leicht hat, kannst Du lernen, dass Gefühle Dich als Erwachsener nicht total umhauen müssen. Werde achtsamer mit Dir und Deiner Umwelt.

Über die Achtsamkeit ins Fühlen kommen

Nehme Dir täglich oder auch wöchentlich vor, Deine Sinneskanäle zu trainieren. An einem Tag trainierst Du das, was Du um Dich herum siehst. Du kümmerst Dich ausschließlich um das Sehen.

 

Den nächsten Tag vielleicht um das, was Du hören kannst. Dazu magst du Deine Augen schließen, um diesen Sinneskanal zu schulen. Den Tag drauf trainierst Du dann die Nase und Deinen Geruchssinn z. B. usw. 

 

Je intensiver Du Dich darum kümmerst, desto mehr wird Deine äußere und innere Wahrnehmung geschult. Alles

um Dich herum kann viel intensiver werden - probiere es aus. Und keine Angst vor Gefühlen: Als Kind bist Du möglicherweise so manches Mal von Deinen Gefühlen überschwemmt worden. Als Erwachsener kannst Du lernen ganz anders damit umzugehen.

Bewusster werden geht einfacher, als Du denkst!

Wenn Du bislang im Fühlen nicht sehr bewandert warst, sei Dir gesagt, dass Du mit etwas Übung schneller ins Bewusstsein kommen kannst, als Du es Dir vorstellen kannst. Und Du bist dadurch viel mehr im Leben. Das fühlt sich auch sehr viel besser an. Du schulst unter anderem dein Mitgefühl und kannst viel emphatischer sein.

 

Im Hier und Jetzt, also im Augenblick zu sein, bedeutet gleichzeitig bewusster zu sein. Du kannst viel besser steuern und lenken, was gerade auf Dich in welcher Weise einwirkt. Du behältst auf diese Weise viel mehr die Übersicht. Wenn jetzt Deine mentale Kraft und Deine Emotionen ein gutes Zusammenspiel bilden, ist das für Deine seelische Gesundheit sehr förderlich.