Warum ich fühle, was Du fühlst

Warum ich fühle, was Du fühlst

Und plötzlich wurde mir ganz flau im Magen, ja regelrecht schlecht.

 

An einer Fußgängerampel kam mir eine Frau entgegen. Sie war leichenblaß. 

 

Mein Gedanke: Wenn sie jetzt umfällt, dann lege ich mich gleich daneben.

 

Aber wieso denn? Das war eine völlig fremde Frau für mich. Warum fühlte ich, was sie scheinbar fühlte?

 

Die meisten können sofort etwas damit anfangen, wenn ich das Beispiel mit dem Gähnen oder dem Lachen erzähle. Denn nichts ist ansteckender als ein Gähnen oder ein Lachen. Und den meisten fällt es schwer sich dem zu entziehen. Aber weshalb ist das eigentlich so?

Der Begriff Spiegelneuronen und was sie mit Dir machen

Hat mal jemand schon mal den Begriff „Spiegelneuronen“ gehört? Das es sie gibt, wurde erst 1995 von einem Professorenteam durch Tierversuche mit Affen entdeckt. 

 

Das bedeutet: Wenn jemand sehr mitfühlend ist, spürt er schnell, dass es jemandem z. B. nicht gut geht. Emphatische Menschen sind empfänglicher für solche Schwingungen. Das passiert ganz unbewusst. 

 

Durch die Körpersprache des anderen gelangen Informationen in das Gehirn. Die gegenseitigen Spiegelneuronen treten in Resonanz und kommunizieren miteinander. 

 

Sie bringen Deine und die Gefühle des anderen zum Schwingen: Egal ob Trauer, Freude oder Ärger. In kürzester Zeit beginnen die Spiegelneuronen den gleichen Zustand in der beobachtenden Person "anzustecken", also die gleichen Emotionen zu übertragen. Gleichzeitig vergewissern wir uns, ob die Gefühle, die wir empfinden, beim anderen auch echt sind.

 

Deshalb kannst Du z. B. auch „Spiegelneuronen-Stress“ haben. Je trainierter und geschulter Deine Spiegelneuronen sind, desto emotionaler reagierst Du. 

Der Unterschied von Kindern zu Erwachsenen

Im Gegensatz zu Kindern hat ein Erwachsener die Fähigkeit, Situationen und Verhalten kritisch zu überprüfen, zu analysieren und sich für ein Verhalten zu entscheiden. Kinder haben diese Fähigkeit

noch nicht. Deshalb können sie den Spiegelneuronen-Stress durch andere nicht gut verarbeiten. Zu diesem Stress kommt meist auch noch der eigene Stress, den sie aus der Situation heraus empfinden.

 

Spiegelneuronen sind z. B. auch dafür verantwortlich, dass Du durch die Stimmung eines anderen angesteckt wirst. So kann Dich jemand z. B. mit seiner Laune runterziehen. Gleichzeitig bekommt jeder Vorgesetzte oder Lehrer, genau die Mitarbeiter, die Schüler, in denen er sich spiegelt und jeder Mitarbeiter umgekehrt den “passenden” Chef.

Spiegelneuronen reagieren unbewusst und machen Resonanz

Es ist also egal, ob Du jemanden gut kennst oder jemand Dir völlig fremd ist. In einem bestimmten Moment kommunizieren die Spiegelneuronen unbewusst miteinander. Du erkennst Dich im Verhalten

und in den Gefühlen des anderen wieder. 

 

Wenn Du Zurückweisung fürchtest, hat dies zur Folge, dass Du Dich reservierter und kühler verhältst. 

Das kann dazu führen, dass Du ebenfalls in der Folge distanziert behandelt wirst. 

 

Hierzu passt auch der Spruch: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

 

Deshalb meine Empfehlung: Darauf zu achten, wer oder was in Dir Resonanz macht. Löst etwas in Dir Emotionalität aus, hat das mit den Spiegelneuronen bzw. mit einer Projektion zu tun. Und natürlich immer mit Dir selbst zu tun. Wer sich selbst gegenüber ehrlich ist, kann sich selbst auf diese Weise viel Stress ersparen.