Versprochen ist versprochen ...

Versprochen ist versprochen ...

und wird nicht gebrochen!

 

Wer von euch kennt diesen Schwur noch? Ich meine, dass er Kindern auch heute noch gegeben wird. Doch er hat, wie alles, zwei Seiten. Klar ist ein Versprechen von jemandem (Vater, Mutter oder anderen wichtigen (Autoritäts)personen) zu bekommen, insbesondere Kindern, sehr viel Wert. 

 

Ich war immer sehr beruhigt, wenn dieser Spruch kam. Denn das bedeutete Verlässlichkeit und ein Stück Sicherheit für mich. Durch meine persönliche Lebensgeschichte war mir ein solches Versprechen immer wichtig. Doch der Nachsatz "... und wird nicht gebrochen", kann richtig viel Stress verursachen. 

Gefangen, gefesselt oder auch eingeengt

In meinen Coachings gibt es bei den körperlichen Stress-Triggern genau diese Worte, die ich in Bezug auf einen Kontext teste. Oft ist es nicht nur ein Wort, was Stress macht. 

 

Jetzt stell Dir vor, was "... und wird nicht gebrochen" für ein Druck machen kann. Und zwar genau dann, wenn es unmöglich ist oder scheint, dieses Versprechen einzuhalten und einzulösen. Denn das kennst

Du selbst, dass etwas manchmal einfach unmöglich einzuhalten ist. Du kannst in eine Zwickmühle kommen.

 

Wie fühlt sich das dann bei Dir an? Den Stress, den das bei deinem Gegenüber macht, bekommst Du hautnah mit - ggf. als Spiegelneuronenstress: Ich fühle, was Du fühlst. Nicht nur, dass Du jemanden enttäuschen wirst, Dein Vertrauensvorschuss wird auch angegriffen. Dadurch kannst Du Dich schon gefangen, gefesselt oder eingeengt fühlen. Das kann Stress auf allen Ebenen machen.

Die späteren Konsequenzen daraus

Wie geht es Dir heute damit, wenn Du diese Ambivalenz um das Versprechen kennst? Wie fühlt es sich an, wenn Du jemandem etwas versprochen hast und es absolut nicht einhalten kannst? Oder, Du hältst es auf Biegen und Brechen ein, obwohl alles dagegen spricht? Vielleicht setzt Du Dich sogar über Dein Kranksein hinweg, weil Du auf gar keinen Fall enttäuschen willst?

 

Dann hast du wahrscheinlich als Kind mehrfach erlebt, dass Versprechen gebrochen wurden. Vielleicht sind aus diesem Grund Deine Bedürfnisse zu kurz gekommen? Ein verletztes Kind, was Du an

dieser Stelle sicher noch bist, fühlt sich bei einer Nichteinhalten eines Versprechens wieder genauso schlecht an, wie es sich als Kind angefühlt hat. 

 

Deshalb halte Versprechen lieber klein. Betone unbedingt, dass Du alles geben wirst, einzuhalten, 

was Du versprochen hast. Doch sage unbedingt, dass Umstände dazuführen können, dass Du Dein Versprechen wirst nicht einhalten können.

 

Spare Dir und Deinem Gegenüber diesen Druck und Stress. Verspreche lieber weniger als mehr.

Denn Deine Zuverlässigkeit kannst Du auch anders unter Beweis stellen.

 

Und jetzt Du!