Schlagfertigkeit trainieren: Wie Du Killerphrasen entschärfen kannst

Ich weiß ja nicht, wie es Dir geht. Aber mich ärgert so manches Mal, dass ich nicht schlagfertig genug auf jemanden reagieren konnte. Inzwischen gelingt es mir schon besser. Warum? Ich habe geübt und bin schon viel schlagfertiger geworden.

 

Zwei Dinge sind wichtig zu wissen. Zum einen brauchst Du Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein, zum anderen innere Balance. Wenn Dir jemand "etwas vor den Latz knallt", womit Du nicht gerechnet hast, setzt Dein Gehirn in diesem Moment aus. Es gibt durch diesen Stressmoment regelrecht einen kleinen Kurzschluss im Gehirn. Deshalb weißt Du eben erst hinterher, was Du hättest sagen wollen, wenn Dein Gehirn sich davon erholt hat.

 

Aus innerer Gelassenheit, Balance und Stärke gelingt es Dir, den Kurzschluss zu umgehen und Du kannst gleich die "richtigen Worte" finden. Aber, Schlagfertigkeit kannst Du auch trainieren.

Ultimative Tipps, wie Du Killerwörter entschärfst

Wenn Du weißt, dass schon bei ganz bestimmten Wörtern Dein Gehirn aussetzt, kannst Du im Vorwege schon einiges dafür tun, dass sie Dich nicht länger aus der Bahn werfen und mundtot machen.

 

Hier beispielhaft ein paar typische Killerwörter:

  • "Quatsch"
  • "Humbug"
  • "Unsinn"
  • "Schmarrn"
  • "junger Mann/junge Frau oder Fräulein"

Stell Dir jetzt vor, wie Du mit jedem einzelnen Wort umgehst, wie z. B. "Humbug":

Wenn "Humbug" in zartrosa Babyschrift geschrieben wäre. Könnte Dich das dann noch treffen? Schon die bildliche Vorstellung daran, macht Wirkung in Dir. Schon fühlst Du Dich nicht mehr angegriffen, sondern nur gekitzelt bei einem Wort, was sonst einen Kurzschluss ausgelöst hätte.

 

Oder stell Dir das Wort "Reklamation" in seinen einzelnen Buchstaben als Wackelpudding vor. Dann könntest Du Dir aber auch "Schmarrn" mit der Quietsche-Entchen-Technik visualisieren. Dann würde das Wort schnell und hoch gesprochen werden. Kann Dich das dann noch treffen?

 

Schön ist auch die Vorstellung, wenn Du das "böse Wort" mit der Luftballon-Technik veränderst. Das Wort ist ein großer Luftballon, in den Du ein Loch piekst. Entweder er sinkt jämmerlich in sich zusammen oder er zerplatzt.

 

Welche Worte es für Dich persönlich sind, bei denen Du "hochgehst", verändere sie entweder bildlich oder hörbar und schon verändert das etwas in Dir.

Killersätzen eine andere Bedeutung geben

Mit Satzinhalten spielerisch umzugehen und ihnen eine andere Bedeutung geben, heißt, dass Du dem gesprochen Satz Deinen eigenen Stempel aufdrückst. Einleiten kannst Du das z. B. so:

 

"Das bedeutet also, ..."

"Das verstehe ich dann so und so ..."

"Das zeigt mir, dass ..."

 

Wer hat nicht schon den typischen Satz: "Das ist viel zu teuer!" oder "Das kann ich mir nicht leisten!" gehört? Damit geht vielen schon die Puste aus bzw. wird ein Kurzschluss initiiert. 

 

Was kannst du jetzt am besten tun? Das ist eine gute Vorlage, um diesem Satz ein anderen Rahmen zu geben. Was könntest Du hier interpretieren? Vielleicht, dass jemand nicht genug Geld hat. Dann würde eine mögliche Antwort sein: "Wenn Sie es wünschen, kann ich Ihnen eine sehr gute Finanzierung anbieten (oder vermitteln)."

 

Der Ball ist jetzt wieder bei Deinem Gegenüber und Du hast Zeit gewonnen. Das gelingt natürlich nur dann gut, wenn Du bereits in einem sehr guten Kontakt mit Deinem Kunden bist. Und nicht nur das, sondern Du selbst solltest natürlich stimmig kommunizieren (aufrechte Körperhaltung, klare und kräftige Stimme).

 

Wenn Dein Kunde sich vorab schon nach allen möglichen Details erkundigt hat, ist dass Argument etwas sei zu teuer, eh nur vorgeschoben. 

Rahmenbedingungen positiv verändern

Manchmal reicht es schon aus, eine Aussage ins Positive zu verändern, um jemandem den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der Dialog bekommt eine sehr viel angenehmere Wendung, wie in diesem Beispiel:

 

Du hast ein schönes Hemd im Schaufenster gesehen, was Du gerne kaufen würdest. Du gehst in den Laden und fragst danach. Die Verkäuferin scheint daraufhin sichtlich gestresst und antwortet: "Dieses Hemd ist das letzte - soll ich Ihnen das etwa herausholen?"

 

Du kannst jetzt ebenfalls gestresst reagieren und eingeschnappt das Geschäft verlassen. Oder aber, du interpretierst den Inhalt so:

 

"Da müssen Sie aber eine wirklich sehr gute Verkäuferin sein, wenn dies das letzte Hemd aus Ihrem Vorrat ist!" 

 

Wie viel positiver fühlt sich diese Interpretation doch gleich an. Sie erreicht mit Sicherheit sehr viel mehr bei der Verkäuferin und führt eher zum Ziel.

 

Und jetzt Du! Mit diesen Techniken kannst du schon mal üben und Erfahrungen sammeln. Ich wünsche Dir viel Erfolg! Willst Du noch mehr darüber wissen, schreibe mir. Außerdem empfehle ich die Quelle zu meinem Artikel, von Cora Besser-Siegmund: Killerphrasen erkennen und konntern.