Aufhören, wenn's am Schönsten ist - Quatsch oder völlig richtig?

Aufhören, wenn's am Schönsten ist - Quatsch oder völlig richtig?

Ich glaube, dass jeder diesen Spruch kennt. Aber, weißt Du auch, weshalb es gut wäre lieber im Schönsten Moment aufzuhören, zu gehen? Ist das Blödsinn? Eben nur ein Spruch? Nein.

 

Wenn Du weißt, dass das Gehirn sieben Mal mehr Negatives behält, dann wird es Dir schon klarer, oder?  

Wenn Negatives alles Positive auslöscht

Das Gehirn bewertet durch neue Informationen, das, was in der Vergangenheit war, völlig neu.  Zum Beispiel: Die Party eines guten Freundes. Du triffst auf super nette Leute. Das macht Dir Spaß und richtig gute Laune. Der Abend wird lang. Zu später Stunde bemerkst Du, dass der Alkohol und Deine Müdigkeit nicht unbedingt ein Dream-Team gebildet haben. Plötzlich gibt ein Wort das andere und ein Streit wird vom Zaun gebrochen. Wärst Du doch gegangen, als Du den Gedanken hattest! Ja. Warum?

 

Das Gehirn lässt alles, was vorher so viel Spaß gebracht hat, in der Erinnerung in keinem so guten Licht mehr stehen. Oder, du erfährst im Nachhinein, dass sich nach der Party noch zwei Gäste geprügelt haben. Auch, wenn Du den mega Spaß gebracht hat, am Ende des Tages zählt dann nur noch das.

 

Das Negative zum Schluss der Feier reicht aus, mit einem faden Beigeschmack daran zurückzudenken.  Du bedauerst dann, dass Dir durch diesen unangenehmen Schluss die schönen Erinnerungen zunichte gemacht werden .

Jahrelange glückliche Partnerschaft - plötzlich zählt sie nicht mehr

Da wart ihr jahrelang glücklich zusammen. Ihr könnt auf viele schöne Erlebnisse zurückblicken. Ihr habt Vieles miteinander geteilt, seid durch dick und dünn gegangen. Wenn es dann aber zum Bruch gekommen ist, vielleicht durch einen Betrug oder durch einen Vertrauensbruch, ist nur noch das im Kopf.

 

Wenn im Nachhinein neue Informationen die tolle Zeit auf den Kopf stellen, kann durch die Neubewertung alles, was vorher war, in einem negativen Licht stehen. Das Gehirn schiebt auch weit auseinander liegende Zeiten zu einem Gesamtbild zusammen. Das bewirkt z. B. , dass Du die gesamte Zeit mit Deinem Partner plötzlich infrage stellst. Du fragst Dich dann nur, wie Du dich so täuschen konntest. Und diese Ent_täuschung sitzt häufig sehr tief.

Wenn es noch schmerzliche oder wehmütige Erinnerungen gibt

Schlüsselerinnerungen an unangenehme Erlebnisse oder auch schmerzliche Erinnerungen, können ein ansonsten positives Ereignis zum "kippen" bringen, wenn Du:

noch etwas nachtrauerst, wie z. B. dass das noch Zeiten waren, als ... oder Du Dich wehmütig an eine Kollegin erinnert, die aus der Abteilung gegangen ist usw. 

 

Wenn Du also noch in einer Zeit hängst, die längst vorbei aber in Dir selbst noch nicht verarbeitet wurde. Du kannst einfach nicht loslassen, weil Du damit noch etwas unangenehmes/positives erinnerst. "Das ist vorbei und wird nie wieder kommen ..." (Trauer, Schmerz) oder wenn Liebgewordenes wegfällt und Du Dich nur noch wehmütig zurückerinnerst ... das waren noch Zeiten als ... Wenn Du das noch nicht losgelassen hast, kann sich das ungünstig auf eine positive Entwicklung in der Zukunft auswirken. Die Thematik dahinter "wegzuwinken" kann Dich hilfreich dabei unterstützen, dass Du das danach das Loslassen schaffst.

 

Kommt Dir das bekannt vor? Hängst Du noch in zurückliegenden Erlebnissen, die Du nicht loslassen kannst? Oder, an die Du Dich noch immer schmerzlich erinnerst? Dann sollten die emotionalen Erinnerungen erst gelöscht werden, bevor Neues in Dein Leben treten kann.

 

Und jetzt Du!