Mitfühlen – wann das total viel Stress macht

Mitfühlen – wann das total viel Stress macht

Ich bin ein sehr empathischer Mensch. Das ist gut, denn meine Kunden profitieren davon. Ich kann mich gut einfühlen und bin in dann ganz bei meinen Klienten. Genau das empfinden meine Kunden als sehr wohltuend.

 

Manche Menschen sind extrem empathisch, andere kommen eher kühl und distanziert rüber. Super wäre irgendetwas dazwischen. Bei mir kannst Du sehr schnell sehen, dass mich mitnimmt, was Du mir von Dir erzählst. Da kullern auch schon mal bei mir selbst die Tränen.

 

Und doch „muss“ ich gerade dann auf mich aufpassen. Denn zu viel davon würde mir Stress machen.

Zu viel Empathie macht „Spiegelneuronenstress“

Spiegelneuronenstress – nie gehört? Denk mal an ein Gähnen oder ansteckendes Lachen. Du kannst gar nicht anders und gähnst oder lachst auch. In diesem Moment kommunizierst Du mit Deinen Gegenüber. Ob Du willst, oder nicht. 

 

Planet Wissen beschreibt das so: Spiegelneuronen sind ein Resonanzsystem im Gehirn, das Gefühle und Stimmungen anderer Menschen beim Empfänger zum Erklingen bringt. Das Einmalige an den Nervenzellen ist, dass sie bereits Signale aussenden, wenn jemand eine Handlung nur beobachtet. 

Die Nervenzellen reagieren genau so, als ob man das Gesehene selbst ausgeführt hätte. Am besten ist ein Vergleich aus der Musik: Wenn wir eine Gitarrensaite zupfen, bringen wir die anderen Saiten des Instruments auch zum Schwingen, wir erzeugen eine Resonanz. Mitgefühl, Freude, aber auch Schmerzen zu empfinden, ist auf diese Weise erst möglich.

Zu viel Empathie kann Dich überfordern

Wenn das Maß an Empathie Deine Möglichkeiten übersteigt, kann sich das auch umkehren. Stattdessen spürst Du genau das Gegenteil, nämlich innere Ablehnung. Das ist in diesem Moment Dein Schutz damit umzugehen. Das ist auch gut so. Denn wenn zu viel Stress von anderen bei Dir als Dein Stress bei Dir landet, weil Du mitfühlst, kann auch das Dich überfordern. 

 

Manche Kunden kommen mit so viel Stress, den sie z. B. als Kind von ihrer Mutter hautnah miterlebt und aufgesammelt haben. Mit dem typischen Fingertest im Wingwave-Coaching prüfe ich immer: „Es ist Dein Stress“ oder „es ist der Stress Deines z. B. Vater, Mutter, Bruder, Chef etc. Je nachdem zu welchem Kontext das gerade passt. Wie oft „winke“ ich zunächst den Spiegelneuronenstress weg, bevor ich zum Stress desjenigen selbst vordringe. 

Achte gut auf Dich und das, was Dich stresst!

Wenn Du ein sehr empathischer Mensch bist, dann ist es besonders wichtig, dass Du Dich vor Spiegelneuronenstress schützt. Wie Du das machst? Indem Dir auffällt, wann Dich etwas zu sehr berührt. Du weißt, zu viel davon macht Dir Stress und belastet Dich. Der erste Schritt das zu bemerken ist, dass Du achtsamer mit Dir bist. Du darfst Dich abgrenzen. Du darfst Dich zurückziehen, wenn Dir etwas oder jemand nicht gut tut und Dir vielleicht das Paket, an dem jemand zu tragen hat, auch für Dich zu groß ist. Du darfst es nicht nur, sondern ich empfehle es Dir.

 

Ziehe eine imaginäre Grenze. Vielleicht auch ein Schutzschild, eine Hülle, ein Kokon, in den Du Dich zurückziehst. Es macht keinen Sinn, dass Du später an dem Stress, der nicht zu Dir gehört, krank wirst. Und das kann durchaus passieren.

 

Du hast Fragen dazu? Ruf mich gerne an oder schreibe mir!

Und jetzt Du!