Wozu der Kontakt zu Deinem inneren Kind wichtig ist

Wann fühlst Du Dich innerlich klein und hilflos ...?

Erwachsene Kinder

Mir ist das Thema "inneres Kind" vor einigen Jahren über den Weg gelaufen und hat mich sehr bewegt. Ich habe zu diesem Thema viel gearbeitet und viel verstanden. Vor allem ist mir klar geworden, wie viele Erwachsene als verletzte Kinder durchs Leben gehen. Ich meine damit, z. B. Erwachsene, die sich nichts zutrauen, nicht an sich glauben, sich danach sehnen, dass ihnen stets jemand hilfreich zur Seite steht (weil sie sich selbst Vielem nicht gewachsen fühlen) oder Erwachsene, die in herausfordernden Situationen innerlich plötzlich sehr klein werden - vielleicht so klein, wie sie damals waren, als sie schon einmal vor ähnlichen Situationen standen und sich total hilflos gefühlt haben ...

 


Verletzte Kinderseelen

Kinderseelen sind so verletzlich und fühlen sehr intensiv. Intensiver, als sich das ein Erwachsener heute kaum mehr vorstellen kann. Nach meiner Feststellung sogar, obwohl sie eigene Kinder haben. Was ich darauf zurückführe, dass diese Erwachsenen sich irgendwann einmal unbewusst von ihren Emotionen getrennt haben. Erlebnisse, die lebensbedrohlich erschienen, die Diejenigen emotional regelrecht überfluteten. Wie mag es sich anfühlen, wenn jemand keinen Ausweg sieht, sich hilflos und ausgeliefert fühlt?! Diese Gefühle als Erwachsener zu erleben, ist schon heftig. Aber als Kind spüren sie etwas intensiver und können Situationen und Erlebnisse meist (noch) gar nicht realistisch einschätzen. Um diese Gefühle nicht mehr fühlen zu müssen, hat das Unbewusste den Schutz für die Seele, sich von diesem unerträglichen Schmerz und verletzen Gefühlen abzutrennen. Das Kind bleibt mit seinen Gefühlen so allein, wie es in diesem Moment sich gefühlt hat. Leider eben oft sein Leben lang. Es sei denn, der "liebevolle Erwachsene" (denke dabei an liebevolle Eltern, die sich genau so um ihr Kind kümmern) nimmt sich dieses verlassenden Kindes an und versorgt es - nachträglich ...

Wie geht es Deinem Kind?

Die Arbeit mit dem inneren Kind habe ich über Erika Chopich und Margaret Paul, zwei Amerikanerinnen, ca. Ende der 90-er Jahre kennen gelernt. Meine ersten Gedanken waren: "Ist das nicht ein bisschen weit hergeholt? Ist das nicht übertrieben?" Doch durch das Lesen und Arbeiten mit den Inhalten wurde mir Vieles deutlicher. Auch, wie wichtig der Kontakt zu seinen kindlichen Anteilen ist. Wie geht es Dir damit, wenn Du über das sogenannte "innere Kind" liest? Oder hast Du Dich schon längst damit beschäftigt und verstehst gut, was ich meine? Wenn Du Kontakt zu Deinem "inneren Kind" hast, dann spürst Du die Bedürfnisse, bist an den Emotionen dran, bist mit dem liebevollen Erwachsenen (dem Elternteil, von dem Du Liebe und Zuwendung erhalten hattest) verbunden. Denn heute bist Du, stellvertretend für Deine Eltern, dafür verantwortlich, wie es Dir geht. Die Hilflosigkeit, die seinerzeit entstand, kann überwunden werden, wenn Du Dich mit Deinem inneren Kind verbindest und ihr eins werdet. Als Erwachsener hast Du das, was Du gelernt hast zur Verfügung. Du kannst jetzt für Dich einstehen, für Dich kämpfen, für etwas gerade stehen. Es sei denn, Du rutscht unbewusst immer wieder ins Kindliche ab ...

Verlasse es nie wieder!

Dieses Kind, was sich seinerzeit abgewandt und seine Gefühle verdräng, verleugnet und sogar abgetrennt hat, hat große Bedürfnisse, tiefe Defizite. Würdest Du Dein eigenes Kind verlassen? Genau. Das, was Du als kindliches Verlangen und Bedürfnis wahrnimmst, scheint sich wie ein großes Loch aufzutun, die Gefühle unendlich tief und verletzt. Möchtest Du tatsächlich weiterhin so tun, als ginge Dich das nichts an? Die Aussöhnung mit diesen Emotionen, dem Kind in Dir, heißt auch, sich selbst nicht mehr zu verleugnen, sich um die Bedürfnisse zu kümmern, die hochkommen und gelebt werden wollen. Beobachte entweder Dein eigenes oder auch ein fremdes Kind einmal ganz intensiv. Wie kreativ, wie phantasievoll, wie leidenschaftlich ist es? Vor allem, wie intensiv werden Gefühle gespürt und gelebt? Mit seinem Erwachsenen verbunden zu sein, heißt, dass Du Dich ganz und eins mit diesem Kind fühlst. Viele Überzeugungen, die seinerzeit entstanden sind, wie z. B., dass Du nicht gut genug bist, hinterfragst Du ganz anders, stellst sie auf den Prüfstand. Du brauchst nicht ständig kontrollieren oder manipulieren, um etwas für Dich sicher zu stellen. Wie steht es um den Kontakt zu Deinem Kind? Und jetzt Du!