Willst Du einen Freund, oder einen Coach?

Welche Unterschiede Du sehen solltest

Vorsicht Falle ...

Als Coach ist das Verhältnis zum Coachee, zum Klienten oder Kunden ein ganz besonderes. Sicher ist es manchmal auch sehr freundschaftlich.

 

Trotzdem ist es nach meinem Verständnis nicht mit einer Freundschaft vergleichbar. In der Arbeit würde mich das so manches Mal befangen machen. Beim Wingwave-Coaching kann ich testen (Myostatiktest), ob etwas gegen eine Zusammenarbeit spricht, weil ich anders arbeite, als im rein mentalen Coaching.

 

Ich freue mich, wenn ich Kunden habe, mit denen ich auf Augenhöhe bin, die Vertrauen aufbauen können und sich freuen, mich zu sehen. Alles andere kann sich schwierig gestalten.

 


Sachlich betrachtet

Mal ganz sachlich und nüchtern betrachtet, gibt es einige Unterschiede zu einem Freund. Und Ein Freund hat nicht den Job eines Coaches oder Therapeuten. Sein "Job" ist es, ein Freund zu sein. Wie immer auch Freundschaft definiert wird bzw. wurde. Auch, wenn es manchmal gut tut, inbesondere einem Freund sich anzuvertrauen, kann es passieren, dass ein Freund damit überfordert ist. Das ist ganz in Ordnung, denn seine Aufgabe ist es ja nicht. Also ist es wichtig, wenn ich mir genau überlege, bei wem gewisse Dinge vielleicht dann besser aufgehoben ist. Wenn jemand in eine Rolle schlüpft, für die er nicht "gemacht" ist, dann kann das auch schon sehr belastend für eine Freundschaft sein. Bezahle ich einen Freund für einen Rat oder eine Beratung? Sicher nicht. Wenn ich mir professionelle Beratung hole, bezahle ich dafür, weshalb ich mir genau diesen Coach ausgesucht habe. Die einzige Erwartungshaltung, die ich an einen Coach stellen kann (und sollte), ist, dass er mit seinem Kunden professionell arbeitet. An einen Freund kann ich sehr persönliche Erwartungen haben. Aber: Ein Coach kann durchaus, wie ein Freund sein, in dem, wie zugewandt er ist.

Dein Wunsch/Bedürfnis

Ich habe hin und wieder erlebt, dass sich im Verhältnis und auf anderer Ebene sich im Nachhinein ein freundschaftliches Verhältnis ergeben hatte - es hat sich nie wirklich gut angefühlt und war schwierig, was die Trennung zwischen privat und beruflich angeht. Dennoch verstehe ich den Wunsch und das Bedürfnis dahinter. Wenn ich mich anvertrauen kann, mich geöffnet habe und Zuwendung und das Angenommensein zu spüren bekomme, fühlt es sich sehr wohl und ein Stück weit geborgen an. Wenn jemand mit seinen Themen sich in dieser Weise wohlfühlt, tut es ihm sicher sehr gut, zumal es das ist, was oft genug fehlt. Der Wunsch und das Bedürfnis dahinter, ist, genau diese Defizite aufzufüllen. Wenn mir gerade das Angenommensein so fehlt, ich mich vielleicht auch immer noch für Vieles innerlich ablehne, tut die Zuwendung des Coaches oder des Therapeuten sicher sehr gut. Aber ein Coach macht seinen Job (gut), wenn er sich dementsprechend zum Coachee, Klienten oder Kunden abgrenzt. Im besten Fall unterstütze ich, damit mein Klient das Rüstzeug bekommt, allein zu seiner Lösung zu kommen. Oder, unterstützend gebe ich immer auch Selbstcoachingwerkzeuge mit auf den Weg.

Ziemlich beste Freunde?

Nein, auch, wenn es manchmal so aussieht. Deshalb ist das auch nichts, wann Du anstreben solltest. Besser ist, ein solches Verhältnis in seinen eignen Rollen zu belassen und unabhängig zu bleiben. Denn oft kann durch dieses "ziemlich beste Freunde Ding" ein Abhängigkeitsverhältnis entstehen. Jedenfalls ist das gar nicht mal so selten. Ich heiße deshalb auch Coach und nicht Berater. Das möchte ich auch strikt trennen. Für mein Verständnis coacht Dich Dein Coach so, dass Du wieder den Zugang zu Deinen Ressourcen findest, denn es ist ja alles bereits in Dir angelegt. Ein Freund kann Dir einen Rat oder durchaus auch mal eine Beratung geben. Auf jeden Fall habe ich als Coach Dein Wohlergehen im Blick und ich werde mein Können auch genau dafür einsetzen. Und genau aus diesem Grund darf ich, als Dein Coach Dich auch Dinge hinweisen,die Du nicht sehen kannst. Sei es, dass dafür Dein Blick verstellt ist, oder das Blockaden im Wege stehen. Die hatten oder haben sicher noch wichtige Funktionen. Außer, dass Dein Coach für seine Arbeit im Anschluss seine Bezahlung bekommt, bestehen keinerlei Ansprüche an ihn. Es gibt klare Absprachen, Verträge und Rollen. Ich wünsche Dir mindestens einen ziemlich besten Freund und einen sehr wohlwollenden Coach!