Bauch nein, Kopf ja - wie Abwehr auch funktionieren kann

Wenn Gefühle Angst machen ...

Der Kopf als Abwehr

Als kleines Kind Gefühle auszuhalten, kann manchmal to much sein. Insbesondere dann, wenn Erlebnisse nachhaltig beeindrucken, Angst machen, oder schwer zu verdauen sind. Wenn etwas zu wehtut, oder weil man zu sensibel ist, können negative Erlebnisse und Erfahrungen so sehr belasten, dass man nur eins möchte: Nie mehr fühlen. Nicht mehr spüren, was weh tut, enttäuscht zu sein, was einen starken emotionalen Schmerz oder große Angst macht. In meiner Arbeit kommt der Klient oft in Berührung mit Erlebnissen aus seiner Kindheit. Je nachdem, ob es etwas Einmaliges, oder auch ein Muster ist, sind damit Gefühle verbunden, die in dem Erleben so viel negative Emotionen ausgelöst haben, dass Kinder unbewusst beschließen, so was nie wieder fühlen zu wollen. Sie agieren dann mit ihrem Kopf und kompensieren Gefühle, als mit dem Bauch bzw. über den Körper ihre Gefühle zu spüren.

 


Wo spürst Du das?

Wenn ich z. B. im Wingwave-Coaching nachfrage, wo im Körper auch heute Gefühle zu einem Erlebnis wahrnehmbar sein könnten, wissen die meisten intuitiv, wo das sein könnte oder kamen direkt mit dem Gefühl wieder in Kontakt. Sie spüren meist sofort auch die Erleichterung nach dem "Winken" (rechte/linke Augenbewegungen). Sie können genau sagen, wo ihre Angst sitzt, wenn sie an ein bestimmtes Erlebnis denken. Wenn es vielleicht ein Erlebnis gab, was sie nachhaltig "beeindruckt" hat, zu dem es starke negative Emotionen wie z. B. Angst, Ausgeliefertsein, Wut oder Hilflosigkeit gegeben hat, ist es durchaus möglich, dass sie diese Frage nicht unbedingt beantworten können. Wenn sie unbewusst nicht mehr Fühlen wollten, ist das die Abwehr des Körpers, Gefühle über den Kopf zu bearbeiten. Dieser funktioniert dann sozusagen doppelt gut und sie sind häufig tolle Analytiker geworden. Wann immer etwas eigentlich über den Körper gefühlt werden würde, sucht der Kopf fieberhaft nach Begründungen und Erklärungen, warum etwas so ist. 

Körperreaktionen

Wenn man weiß, dass negative Emotionen und Erlebnisse, die nicht verarbeitet werden konnten, im limbischen Teil des Gehirns und in den Körperzellen abgelegt werden, dann ist es wichtig, dass diese Emotionen aufgelöst und abreagiert werden. Der Körper reagiert langfristig auf nicht aufgelöste und im Körper abgelegte negative Emotionen mit diversen Krankheiten. Mit Krankheiten, die, wenn Du zum Arzt gehst, nicht erklärbar sind, weil organisch alles in Ordnung zu sein scheint. Trotz ständiger Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfällen, Ängsten (Fahrstuhlangst, Flugangst, Höhenangst usw.) und je nachdem, welche Strategie Dein Körper sich unbewusst zugelegt hat, reagieren bestimmte Körperregionen mit Schmerz. Die Abwehr wird dann mit Medikamenten, Massagen, Operationen u. a. behandelt, die Ursache aber, bleibt nach wie vor unbehandelt. Wenn dem so ist, kann es sein, dass die Angst bzw. der Schmerz stärker und größer wird. Dein Körper zeigt Dir, dass etwas nicht in Ordnung ist und Deine "Ventile" nicht mehr funktionieren.

Keine Angst vor Gefühlen

Als kleines Kind haben Dir negative Gefühle möglicherweise viel Angst gemacht. Als Erwachsener überschwemmen sie Dich meistens nicht mehr völlig. Und selbst wenn, kannst Du Dir Hilfe holen und Strategien zur Bewältigung finden und anwenden. Als Kind können sie oftmals eine Bedrohung darstellen. Trotzdem ist es für das Bearbeiten negativer Emotionen wichtig, wieder ins Fühlen zu kommen. Der Kontakt zu Deinen Gefühlen kann heutzutage und für Dich als Erwachsener dazu beitragen, dass Du emotional gesund werden und frühe, negative Erfahrungen verarbeiten kannst. Sie können dann wirklich in den Hintergrund rutschen, bekommen eine andere Bedeutung für Dich und Du kannst Erlebnisse besser verkraften. Klienten sind häufig erstaunt, dass sie als eine Person mit z. B. 45 Jahren, ihre Gefühle als Kind mit z. B. 8 Jahren noch einmal spüren. Unglaublich, aber wahr und wichtig, damit Du emotional gesund werden kannst. Ängste und Schmerzen können verringert oder sogar aufgelöst werden. Wie steht es um Deine Gefühle?