Entschuldigung oder es tut mir leid - das macht den Unterschied!

Wie oft entschuldigen wir uns für etwas, was uns passiert, sehr unangenehm ist, oder was wir am liebsten ungeschehen machen möchten.

 

Entschuldigung! Das kommt nach meiner Wahrnehmung den meisten über die Lippen (wenn überhaupt!). Die kürzeste Form ist ein schnelles "sorry!"

Und doch machen die Formen einer Entschuldigung energetisch und gefühlt einen großen Unterschied.

 

Warum eine "Ent_schuldigung in der Wirkung einen Unterschied macht

 

Um es kurz zu sagen - niemand kann uns wirklich ent_schuldigen, also von unserer "Schuld" freisprechen. Sagen wir also Ent_schuldigung, ist jedenfalls genau das damit gemeint. Wir wünschen uns, dass der andere uns unsere Schuld abnimmt. So sind wir sie dann los ...

 

Gerade, wenn mir etwas sehr unangenehm ist und ich mich schuldig fühle, ist es angenehmer, wenn ich mich ent_schuldige und damit das Gefühl bekomme, mich dadurch nicht mehr schuldig fühlen zu müssen. 

 

Jetzt will ich nicht päpstlicher als der Papst sein und doch macht es im Fühlen einen enormen Unterschied, wenn ich sage: "Es tut mir leid!" Denn ich leide und der andere auch. Wenn ich eine Ent_schuldigung möchte, liegt die Energie dafür bei meinem Gegenüber. Bitte nehme mir meine Schuld ab. Bei einem "Es tut mir leid!" spüre ich sowohl mein eigenes Gefühl viel mehr, als auch das Leid des anderen, was ich bei ihm verursacht habe.

 

Wenn ich also sage, dass es mir leid tut, bekommt der andere mit, dass ich sein Leid spüre. Das ist die gleiche Augenhöhe, das ist ein Mitfühlen und dadurch etwas ganz anderes. Damit fühlt sich mein Gegenüber ernst- und angenommen.

 

Die Energie z. B. eines knappen "sorry" ist sozusagen gleich Null. Stehe ich wirklich zu dem, was ich getan habe, wenn ich sogar in eine andere Sprache ausweiche? Oder will ich schnell weg vom Schuldgefühl, raus aus der Nummer?

 

Wenn ich ehrlichen Herzens möchte, dass mein Gegenüber das Gefühl bekommt, dass mir etwas wirklich und von Herzen leid tut, dann kommt das am besten an, wenn ich mich genauso ausdrücke. Wie sagst Du jemandem, dass dir etwas leid tut? Probiere das doch einmal ganz bewusst aus.

 

Möge diese Übung gelingen!

 

Entspannte Grüße

 

Susanne Körner

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Kommentare: 2
  • #1

    Astrid Fiedler (Montag, 22 Februar 2016 22:30)

    Liebe Susanne,

    vielen Dank für den Beitrag.
    Sehr gut nachfühlbar.

    Herzlichst
    Astrid Fiedler

  • #2

    Borkason (Mittwoch, 25 April 2018 10:35)

    Die Entschuldigung ist ein Mitwirkungspflichtiger Akt meines Gegenüber. Heute ist zwar üblich, dass sich jeder selbst entschuldigt. Tatsächlich ist es aber eine Bitte, die ich vortragen muss "Bitte entschuldige...". Dann kann mein Gegenüber, dem ich ja etwas angetan habe, entscheiden, ob er das auch möchte. Jawohl, ich bin auf seine Gunst angewiesen. So ist das nun einmal, wenn ich etwas verbockt habe. Die Folgen muss ich aushalten, wie bei jedem Tun. Mich selbst zu entschuldigen würde die Mitwirkung verhindern. Ich habe mich entschuldigt, und du kannst nichts dagegen tun. Ob du willst oder nicht, du musst das hinnehmen. Das ist kein schöner Umgang. Wie fühlt sich der Geschädigte? Da ist ein "es tut mir Leid" eine gute Alternative. Aber eine erbetene Entschuldigung ist das dann auch vom Wörtlichen nicht.