Stressig und Energie raubend: Wie oft bist Du in den Angelegenheiten anderer?

Du machst Dir einen Kopf und viele Gedanken, doch oft bist gar nicht bei Dir selbst, sondern in den Angelegenheiten anderer.

 

Ich kenne das manchmal auch von mir, wenn mich etwas beschäftigt und ich mir überlege, wie jemand etwas gemeint haben könnte und warum es auf eine bestimmte Art und Weise gesagt hat usw. 

 

Aber, nie ist es mir so deutlich aufgefallen, wie neulich, als ich mit einer Bekannten verabredet war und sie später als ich am verabredeten Ort ankam. Da sie sich noch mit jemandem unterhielt, habe ich sie versehentlich zu schnell unterbrochen, so dass ich damit bei ihr eine leichte Irritation hervorrief.

 

Prompt, schaltete sich die andere Person ein und glaubte zu wissen, was in meiner Bekannten vorgehe durch diese Unterbrechung und übernahm für sie das Sprechen. Sie war ziemlich aufgeregt und interpretierte und interpretierte ... Da wurde später ein riesen Ding draus.

 

Ich stellte dann aber klar, dass sie sich in unseren Angelegenheiten befand und wir, meine Bekannte und ich, ggf. darüber zu sprechen hätten. Und, wie sich herausstellte, war sie zwar etwas irritiert, wegen meiner Unterbrechung, aber sonst nichts. Also für sie war das Ganze nicht der Rede wert.

 

Deshalb macht es Sinn, sich immer im jeweiligen Moment zu fragen, ob ich mir Stress und Ärger anziehe, der gar nicht zu mir gehört. Denn diese Energie kann ich mir sparen - und das kann einiges an Energie und Nerven kosten! Oder, wenn ich mich nicht zurückhalten kann: Was triggert mich da eigentlich gerade an? Was hat das mit mir zutun?

 

Sich einzuschalten für jemanden, dem es schwer fällt für sich einzustehen, ist eine Sache. Doch für das eigene Wohl macht es Sinn sich genauer zu überlegen, ob ich mich einschalten sollte. Denn ich kann ja nicht wirklich wissen, es sei denn ich frage, wie es dem Anderen geht, was er wie gemeint hat etc. Deshalb Vorsicht bei Interpretationen! Du kannst nicht wirklich wissen, was der andere denkt!

 

Diese Geschichte hatte mich ein bisschen an die Anleitung zum Unglücklichsein (Paul Wazlawik) erinnert, deshalb hier noch mal zum nachlesen:

 

 „Die Geschichte vom Hammer“

 

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein.

 

Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht's mir wirklich. - Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er »Guten Tag« sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!“ 

 

Das jedenfalls fällt unter die Kategorie selbst gemachter Stress, der nun wirklich nicht sein muss!

 

Entspannte Grüße

 

Susanne Körner

(Foto: fotolia.com)