Was bei Angst im Gehirn passiert

Vor ein paar Tagen bekam ich eine sehr schöne Email einer Klientin, die das erste Mal seit 10 Jahren wieder in den Urlaub geflogen war. Sie war so stolz und glücklich so weit gekommen zu sein. Besonders das Fliegen machte ihr viel Spaß, bis zu dem Zeitpunkt, da es bei einem Flug ein einschneidendes Erlebnis gab. Das, was sie mit dem Fliegen rückblickend verband, machte ihr so stark zu schaffen, dass sie anfing 1000 Argumente zu finden, warum sie nicht mehr in ein Flugzeug steigen wollte. Die Angst einfach zu groß.

 

Fliegen ist für die meisten von uns eine aufregende Sache, zumindest, wenn sie es nicht so regelmäßig tun. Die Anspannung vor dem Einsteigen in das Flugzeug ist daher schon recht hoch. Wenn dann noch etwas Unvorhergesehenes passiert, kann das jemanden, der vielleicht schon von Haus aus ein eher ängstlicher Mensch ist, aus der Balance werfen. Aber, was passiert denn eigentlich in unserem Kopf und weshalb reicht das, um Angst so schwer überwinden zu können?

 

Wo das Zentrum der Angst im Gehirn sitzt

 

Folgende Bereiche im Gehirn regieren automatisch auf Angstgefühle: wie z. B. der Hippocampus, der das Gefühl "verortet". Hier sitzt das Kurzzeitgedächtnis, das Erinnerungsvermögen, die Orientierung. Ist der Körper in Balance und kann gute Leistungen bringen, werden in diesem Bereich des Gehirns besondere Aktivitäten gezeigt. 


Oder der Amygdala (auch Mandelkerne genannt), deren zwei kleinen Kerne anfangen zu leuchten, wenn die Nerven total angespannt sind. Bei der emotionalen Bewertung einer angstmachenden Situation spielen sie eine ganz wichtige Rolle. Ohne diese "Filter" währen wir ungeschützt vor drohenden Gefahren, wir hätten vor nichts Angst und könnten uns weder schützen, noch Gefahren abwehren.

 

Bei einem hohen Erregungsniveau (egal, ob positiv oder negativ) sind die Mandelkerne besonders aktiv, weshalb sie auch "Alarmglöckchen" genannt werden. Sie reagieren auf sämtliche emotionale Reize und deshalb werden diese auf diese Weise "gecheckt". Es geht um die Bedeutung der Situation, in der wir uns gerade befinden und wir sie bewerten. Was denken wir, wenn wir z. B. eine sehr brenzliche Situation beim Autofahren erleben oder wenn das Flugzeug durch Turbulenzen fliegen muss? Wie bewerten wir das und welche Bedeutungen bekommen solche Situationen für uns?   

 

Das Gehirn reagiert in Bruchteilen von Sekunden auf Gedanken und Emotionen. Das ist auch gut so und überlebenswichtig. Blitzschnell wird gecheckt, ob uns etwas gefährlich werden kann.

 

Das funktioniert aber auch umgekehrt, wenn Glücksgefühle Dich überschwemmen und euphorisch machen. Was das Gefühl einer Euphorie angeht, arbeiten die Mandelkerne sogar als ein emotionaler Verstärker - Belohnungssystem. Was das heißt: z. B. Heißhunger zu haben - vielleicht kennst Du das, wenn Dir erst hinterher klar wird, dass es eigentlich des Guten zu viel war, oder anstatt eines Stücks Schokolade, die ganze Tafel verdrückt hast.

 

Oder, wenn Du deine Kreditkarte zum Glühen gebracht hast, obwohl du es Dir gar nicht leisten konntest. Meist kommt erst Zuhause die Ernüchterung und die Erkenntnis, dass Du jetzt ein finanzielles Problem hast. Von allem nicht "genug" zu bekommen und ein Gefühl der Gier verspüren, läuft das immer über die Mandelkerne der Amygdala im limbischen System im Gehirn.Sie sind Dein emotionales Gedächtnis, besonders, wenn es um das Thema Angst und Furcht geht.

 

Bist Du ausgeglichen und in deiner Mitte, einfach in Balance und dein Stresslevel im Normalzustand, bist Du viel weniger ängstlich. Ist Dir das schon mal aufgefallen? Ist Dein Stresslevel ohnehin schon recht hoch, ist das, was noch obendrauf kommt, das, was sozusagen Dein Fass zum überlaufen bringt. Die emotionale Bewertung ist in diesem Fall eine ganz andere. Dann sitzt Dir der Schreck vielleicht noch den Gliedern und eine überdimensionierte emotionale Bewertung einer Situation lässt deine Angst dann anwachsen.

 

Grundsätzlich ist also wichtig,  in Balance zu kommen bzw. in Balance zu sein und es zu bleiben. Es kommt auch nicht von ungefähr, dass gerade in Stresssituationen mehr Unfälle passieren. Das gesamte System ist geschwächt, Du bist unkonzentrierter, unruhiger und ein Stück weit "überdreht". Deshalb gilt für Dein Leben: Balance is the key!

 

Entspannte Grüße

 

Susanne Körner

(Quelle: Schnelle Hilfe bei Angst und Stress, Cora Besser-Siegmund)

Ich bin seit 2010 Systemischer-Coach und biete einen  vielseitigen "Methodenkoffer":

  • Work-Health-Balance Coach für systemische Kurzzeitkonzepte
  • Wingwave-Coach
  • EMDR- und Hypnosetherapeutin
  • magic-words Trainerin 
  • Systemischer Coach 
  • staatl. gepr. Heilpraktiker für Psychotherapie

                                                   (mehr, siehe "Über mich") 

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