Ohne Pausen in den Stresszustand

Bist du oft nicht nur Atem- sondern auch pausenlos? Das ist heutzutage ganz normal, oder?

 

Wir sind zur "Pausen-losen-Gesellschaft" geworden. Wer Pausen macht ist schwach, ist hierzu vielfach die Meinung. Denn wer ohne Pausen durcharbeitet und trotzdem lange durchhält, genießt hohes Ansehen, gerade im Job.

 

Welche Argumente hast du, wenn du auch zu denen gehörst, die gerne durcharbeiten? Sind das vielleicht folgende Aussagen: "Ohne Pausen schaffe ich mehr!" oder "Pausen mache ich nachts, wenn ich schlafe, das reicht!"

 

Die 4 Phasen der "Pausen-Losigkeit" 

 

Kennst du die Pausensignale? Bekommst du mit, wenn der Körper dir Anzeichen für eine Pause schickt? So fängt es meistens an:

 

1. Phase: Mach-mal-Pause-Signale - Klopfzeichen (natürliche Pausensignale)

Tendenz sich zurück zu ziehen, Konzentrationsschwäche, Desinteresse, weniger bzw. mehr reden, Tendenz "abhängen" zu wollen, Konzentrationsabfall, weniger Spaß an den Dingen, vermehrte Tendenz in kurze Trancezustände zu gehen, Tagträumen, Arbeit an unwichtigen Routinetätigkeiten, Müdigkeit, leichte Erschöpfung, Hunger und Durst, Libido sinkt, Unterzuckerung u. a.

 

2. Phase: "High" sein von den eigenen Hormonen - Hyperaktivität

"Zweite Luft", überdreht, Beschleunigung des Verhaltens, man eckt überall an, Unhöflichkeit, Schwarz-weiß-Denken, Störungen werden als Angriff gegen die eigene Person gewertet, alles gleichzeitig machen wollen, Übermut, Größenwahn, nicht aufhören können, schwer abschalten können, rastlos, Sensibilität für sich und andere sinkt. Schwindelgefühl, leichte Verspannung, hoher Puls u. a. 

 

3. Phase: An der Schwelle von körperlichen Funktionsstörungen - psychologisch-physische Funktionsstörung

Zukunftsängste, Versagensängste, Verlust des Selbstvertrauens, innere Verhärtung, Abwehrverhalten (ich doch nicht, komm mir nicht damit), Misstrauen, Konzentrationsschwächen, Zerstreuung, Desorientierung, Wahrnehmungs- und Verhaltensstörungen, Unzufriedenheit, Perspektivlosigkeit, Unfallgefahr, Migräne, Kopf- und. Gliederschmerzen, Allergie, Asthma, Herz- Kreislauf-Beschwerden, Störungen des Verdauungssystems u. a.

 

4. Phase: körperliche Ausfallerscheinungen treten auf - psychologisch-physische Erkrankungen/Zusammenbruch

Wahnvorstellungen, Zwänge, Ohnmacht, Nervenzusammenbruch, Depressionen, starke Ängste, Suizidgedanken, Leben wirkt sinnlos, extreme Gewalttätigkeit, Zusammenbruch eines oder mehrerer Organe, chronische, körperliche Leiden, Herzinfarkt, extreme Schlafstörungen, schwere Unfälle.

 

So extrem kann es völlig ohne Pausen werden. Deshalb sind Pausen wirklich wirklich wichtig!! Achte auf deine "Mach-mal-Pause-Signale, nimm sie wahr und vor allem ernst. Finde für dich heraus, an welchem Ort (der Pausenstartpunkt wird ja von den Signalen angekündigt) du am besten eine 10-20 minütige Pause machen kannst.

 

Am geeignetsten ist ein Ort, an dem keine Störung von außen (z. B. Telefon, Handy andere Menschen, Haustiere) auftreten kann. Mache an jedem Tag mindestens eine richtige Pause, d. h. schließe deine Augen und tagträume. Versuche den Pausenanteil von Tag zu Tag zu steigern. Achte darauf, wie es dir damit geht und welche inneren Widerstände (Überzeugungen) gegen eine Pause auftauchen und bearbeite sie.

 

Entspannte Grüße

 

Susanne Körner

(Quelle Institut Conzendo)