Wussten Sie, dass es ein "Körpergedächtnis" gibt?

Bewusst, also mental, können wir uns an unsere früheste Kindheit, z. B. als Säugling oder Baby nicht erinnern, denn die frühesten Erinnerungen setzen ab dem 2. Lebensjahr ein. Doch gerade die ersten Lebensjahre sind die Grundlage dafür, wie wir uns fühlen:


z. B. in Beziehungen, unserem Verhalten, wie stark wir psychisch sind.


Ich habe einem sehr informativen "Geo-Wissen" Artikel gelesen, wie viel unser Gedächtnis wirklich abspeichert und was wir davon ins Bewusstsein rufen können. Aber es gibt auch ein Körpergedächtnis, für das Fühlen, Begreifen, Einsehen, Empfinden usw. Unser Unbewusstes hat alles aus den ersten Lebensjahren registriert und wird sich in Bruchteilen von Sekunden erinnern, was sich wiederum im Erleben als Erwachsener wiederspiegelt und auswirkt. 


Das Körpergedächtnis erinnert sich, wie Sie als Säugling behandelt wurden, wie liebevoll oder auch lieblos man mit Ihnen umgegangen ist. Wenn wir also jemanden kennen lernen, werden diese immer mit den weit zurückliegenden Erfahrungen upgedatet. Das haben Sie sicher auch schon mal erlebt, dass Sie manchmal jemanden völlig unsympathisch finden obwohl sie ihn überhaupt nicht kennen, oder? Da das Gedächtnis alle unserer gemachten Erfahrungen abgespeichert hat, hat vielleicht dieser Mensch just in diesem Moment durch seine Art oder sein Verhalten wieder etwas davon hochgeholt.

  • Sind Sie jemand, der Nähe sucht und sich wohlfühlt oder kriegen Sie regelrecht Panik bei zu viel davon?
  • Lieben Sie es, gestreichelt und berührt zu werden oder macht Ihnen das Unbehagen und Angst?
  • Fühlen Sie sich wohl oder unwohl dabei?

Der Witz ist ja manchmal, dass ich mir Nähe und Streicheleinheiten sehr wünsche, bekomme ich sie, sind sie fast schon unerträglich für mich. Ich habe z. B. erst im Laufe der Jugend- bzw. Erwachsenenjahre gelernt, wie angenehm es ist, sich z. B. schon bei der Begrüßung zu umarmen und zu drücken. Mag sein, dass mein Körpergedächtnis abgespeichert hat, dass Berührungen nicht zu den Dingen gehörten, die ich in ausreichendem Maße und liebevoll bekommen habe. 


Ihren Körper: fühlen Sie ihn nicht – fühlen Sie sich nicht.


In den ersten Lebensjahren, drücken Sie sich über Ihren Körper aus, durch Strampeln, Weinen, Unruhe usw. Wenn es Ihnen nicht gut geht, durch was auch immer und Sie noch nicht haben sprechen können, werden Sie vielleicht Bauchweh bekommen haben, oder Fieber, Durchfall o. ä. Gefühle werden also anders dargestellt und durch Körper und Mimik geäußert. Das kann sich ja erst ändern, wenn wir das Sprechen lernen. Doch alles, was in dieser Zeit „passiert“, was der Körper in seinem Gedächtnis abspeichert, wird uns in unserem späteren Leben wiederbegegnen. Wenn wir nicht erfahren haben, wie es sich anfühlt sich geschützt und geborgen zu fühlen, kann das dazu beitragen, dass uns psychische Krankheiten begleiten oder unser Verhalten „gestört“ ist und uns als Ballast in unserem Rucksack bemerkbar machen.


Schon die allerersten Tage, Wochen, Monate und Lebensjahre sind also entscheidend, ob und mit wie viel an Ballast wir mit uns herumschleppen. 


Liebevolle Grüße, Ihre


Susanne Körner