Warum es so wichtig ist, seine Gefühle zu leben

Die Abwehrmechanismen des Körpers sind so wertvoll und wichtig, wenn es darum geht, dass Sie mit belastenden Erlebnissen klarkommen. Denn hätten wir sie nicht, hätten wir es sehr schwer überhaupt weiterleben zu können. Wenn Menschen Gefühle verdrängen, möchten sie unter gar keinen Umständen noch einmal fühlen, was sie in einer Angst machenden oder vielleicht auch bedrohlichen Situation gefühlt haben. Damit kompensieren sie Erfahrungen und Erlebnisse, die in ihnen tiefe Wunden oder Ängste hinterlassen haben.

 

 

Manchmal ist das Erlebte so traumatisch, dass sie sich von diesen Gefühlen innerlich trennen. Das Erlebte ist dann bewusst nicht mehr greifbar, und alles, was noch dazu gehört ebenfalls nicht. Man kann das mit einem "Filmriss" vergleichen, denn sind sie anschließend wieder bei klarem Bewusstsein, fehlt Ihnen ein Stück Ihres Lebens. Es ist einfach weg, und egal, wie sehr Sie sich anstrengen und versuchen nachzuvollziehen, was vorher war, es gelingt Ihnen nicht. Doch, nur, weil Sie etwas nicht mehr fühlen, ist es nicht weg. Das, was verdrängt, verschoben oder sogar abgespalten wurde, hat ein "Eigenleben" und irgendwann meldet es sich dann vielleicht als eine unerklärliche Angst.


Wann das Erlebte trotz allem wieder wirksam wird

 

Kennen Sie das Gefühl, das Sie an einem Ort schon einmal waren oder das Ihnen eine Situation wie ein Dejavue vorkommt? Eine ähnliche Situation oder etwas, was Sie innerlich unbewusst wieder daran erinnert, dass es da etwas gibt, was Ihnen Angst gemacht hat oder bedrohlich für Sie war. Plötzlich kommt in Ihnen etwas in Bewegung, häufig überhaupt nicht im Zusammenhang stehend, und lässt in Ihnen eine tiefe Angst hochkommen. Oder auch im Zusammenhang mit Stress kommen oft unbewusste und verdrängte Erlebnisse wieder ans Licht. Etwas wird wieder wirksam, weil es einen Auslöser gab, ob Sie ihn nun bewusst wahrgenommen haben oder unbewusst, spielt dabei keine Rolle.

 

Warum verdrängen Menschen Ihre Gefühle?

 

Gefühle sind einfach da. Manche Menschen sind sehr nah an ihren Gefühlen dran. Das merken Sie daran, dass sie schnell sehr emotional reagieren oder auch ihre Empfindungen äußern können. Andere wiederum fühlen sich kaum oder gar nicht. Dass Sie sich gar nicht mehr wirklich fühlen, liegt daran, dass sie sich vor dem Schmerz, der hochkommen könnte, sehr fürchten. Irgendwann einmal haben Sie sich innerlich entschieden, dass sie einen Schmerz so unerträglich fanden, dass sie ihn niemals mehr fühlen wollen. Ihnen macht starke Angst, was ist, wenn diese starken Empfindungen hochkommen würden und sie machen sich Gedanken, was dadurch passiert. Sie fragen sich, ob sie diese Situation überhaupt noch kontrollieren und Händeln können. Und sie fürchten sich vor dem, was danach kommt, wenn sie sich erlauben zu fühlen, was sie nie wieder fühlen wollten. Sie fragen sich, was ist, wenn der Schmerz so stark wird, dass sie ihn nicht aushalten können und auch, wie ihr Umfeld darauf reagieren wird.

 

Wie Sie wieder mehr Zugang zu Ihren Gefühlen bekommen

 

Ihr Selbstschutz, dass Gefühle verdrängt, verschoben oder abgespalten wurden, hatte einen Sinn und er war in der Vergangenheit wichtig für Ihr Leben. Doch heute können Sie neue Erfahrungen machen und erleben, dass Gefühle keine "Bedrohung" für Sie sein müssen. Gefühle haben Botschaften für uns im Gepäck und schützen uns. Das Gute an ihnen ist, dass sie nicht ewig andauern. Denn wenn Sie die Botschaft, z. B. einer Wut, verstanden haben, wird sie auch wieder abklingen können. Wenn Sie jedoch gegen Ihre Gefühle ankämpfen, so z. B., wenn Sie unter gar keinen Umständen eine Trauer nach außen zeigen möchten, dann verstärken Sie sie noch. Oder, wenn Sie sie nicht nach außen zeigen und herunterschlucken, richten Sie sie nach innen und daraus kann sich eine Depression entwickeln.

 

Folgende Fragen können Ihnen helfen, den Zugang zu Ihren Gefühlen wieder zu bekommen:

  • Wie wichtig ist Ihnen das Urteil anderer Menschen über Sie?
  • Erlauben Sie sich Gefühle zu zeigen, egal, ob es Konsequenzen haben könnte?
  • Haben Sie Angst davor, dadurch abgelehnt und nicht mehr geliebt zu werden?
  • Wo im Körper fühlen Sie etwas und wofür könnte dieses Gefühl stehen?
  • Wie gehen Sie damit um, wenn andere Ihnen Ihre Gefühle zeigen oder äußern?
  • Wie haben Sie in der Vergangenheit, z. B. als Kind, Ihre Gefühle gezeigt oder geäußert?
  • Wie sind Ihre Gedanken über Ihre Gefühle, wenn Sie sie zuließen?
  • Welche Rolle spielten Ihre Eltern, wenn Sie an Ihre Gefühle denken?
  • Wenn Sie ein sehr zurückhaltender Mensch sind, was halten Sie auch heute noch zurück?
  • Was könnte Sie stärken, zukünftig zu Ihren Gefühlen stehen zu können?

Werden Sie sich klar darüber, dass Gefühle ein Eigenleben führen, wenn sie nicht gelebt werden. Sie werden sich immer ein Ventil suchen und Ihnen ggf. körperlich/seelisch zeigen, dass sie wahrgenommen und gefühlt werden wollen. Gerade als Erwachsene haben wir die Stärke, den Mut, Selbstbewusstsein und den Selbstwert, dass wir zu unseren Gefühlen stehen können. Falls Sie das nicht können, können Sie das jederzeit nachholen und lernen. Gefühle zu zeigen und zu leben, ist eine Befreiung, denn Gefühle haben immer eine Berechtigung und das auch, wenn wir sie manchmal nicht verstehen.

 

Mutige Grüße, Ihre

 

Susanne Körner

(Foto: fotolia.com)

Ich bin seit 2010 Systemischer-Coach und biete einen  vielseitigen "Methodenkoffer":

  • Work-Health-Balance Coach für systemische Kurzzeitkonzepte
  • Wingwave-Coach
  • EMDR- und Hypnosetherapeutin
  • magic-words Trainerin 
  • Systemischer Coach 
  • staatl. gepr. Heilpraktiker für Psychotherapie

                                                   (mehr, siehe "Über mich") 

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