Angst - alles reine Kopfsache?

Ich kenne einige Meinungen von Menschen, die keinerlei Vorstellungen davon haben, wie sich jemand mit Angst fühlt. Meist ist die Rede davon, dass es sich dabei um Einbildung handelt. Wie sich das für Betroffene anfühlen mag,  kann ich mir gut vorstellen. Doch meine Klienten erzählen mir unterschiedliche Erfahrungen zur Entstehung. Meist empfinden sie plötzlich eine unergründliche Angst, die dann ihren Lauf nimmt. Doch in der Regel geht dem etwas voraus, bevor die Angst einen überfällt. Ich kenne das im Zusammenhang mit Stresssituationen, in denen man sich überfordert fühlt. Aus dieser Überforderung kann Angst ihre Nahrung bekommen. 

 

Gedanken als Ursprung für Ängste?

 

Unser Gehirn transportiert unsere Gedanken und Emotionen und gleicht sie unbewusst in einem Bruchteil von Sekunden mit gemachten Erfahrungen ab. Die Botenstoffe im Gehirn reagieren auf Stress und können sich verändern. Bei Stress befinden wir uns ohnehin in einem höheren Erregungsniveau, sodass sich das auch auf die Wahrnehmung auswirkt. Beobachten Sie mal gestresste Menschen, wie schnell sie auf etwas „anspringen“, wie hektisch sie teilweise reagieren, wie viel gereizter und unruhiger sie sind. Durch die Veränderung der Botenstoffe im Gehirn und ein hohes Erregungsniveau wird Angst gefördert. Die Statistik zeigt, dass am die meisten Angst davor haben vor Publikum zu reden oder auch bei großen Höhen. Sicherlich gibt es Unterscheidungen in der Ausprägung der Angst, die sich u. a. auch zu einer Angststörung entwickeln kann.

 

Verändere die Gedanken und die Angst ist besiegt?

 

Wenn es so einfach wäre, gäbe es nicht so viele Menschen, die unter Angst und Panik leiden. Doch mit Logik kommen Sie hier nicht weit. Deshalb lässt sich Angst nicht einfach weg reden. Bei Angst handelt es sich um unbewusste Prozesse, weshalb die Betroffenen eben davon sprechen, dass sie gar nicht wissen, wieso sie plötzlich Angst haben. Der Körper ist unter Angst in einem Kampf-Flucht-Modus und stellt die Hormone zur Verfügung, die Sie in die Lage versetzen, die Kraft zum Kampf oder zur Flucht zu haben. Also im Grunde eine super und überlebenswichtige Hilfe des Körpers, die wir da bekommen! Das versetzt uns ja erst in die Lage, dass wir uns einem Säbelzahntiger stellen können. Was die Angst jedoch verstärkt, ist die Erwartungshaltung (Angst vor der Angst) und die Vermeidung (ich umgehe ähnliche oder gleiche Situationen). 

 

Veränderungsmöglichkeiten auf unbewusster Ebene

 

Um an die Ursache(n) für Angst und Panik zu kommen, sind die Therapien sehr hilfreich, die auf der unbewussten Ebene wirken. Unbewusstes ist nicht greifbar, dazu fehlt uns der Zugang, Erlebtes wurde verdrängt oder verschoben. Das macht auch Sinn, damit wir „weiterleben“ können. Wenn ich z. B. eine belastende, Angst machende und stark emotionale Erfahrung als Beispiel nehme, die nicht wirklich verarbeitet und verdaut wurde, so ist das etwas, was zwar aus unserem Fokus damit aber nicht weg ist. Vergleichbar mit einem Download einer Datei, die einfach zu groß und deshalb nicht vollständig heruntergeladen werden konnte. Deshalb liegt etwas an anderer Stelle im „Emotionsgedächtnis“ (im Limbischen System unseres Gehirns) noch verborgen. Häufig kommen diese unverdauten Erlebnisse in ganz anderen Zusammenhängen wieder hoch, z. B. als Angst.

 

In der Hypnosetherapie kann ich unter Abschaltung des Verstandes an unverarbeitete Erfahrungen kommen und sie in diesem besonderen Wach-Zustand auflösen. Die Angst kann abfließen. Besonders auch mit dem wingwave-Coaching, ist es möglich mit unbewussten Prozessen zu arbeiten und punktgenau zu den Erlebnissen kommen. Auch hier erlebe ich bei meinen Klienten eine starke Entlastung, wenn die Ursache für die Angst gefunden wurde. Danach sind Sie meist so gestärkt, dass Sie den Kreislauf aus Erwartung und Vermeidung durchbrechen und Ihre Angst besiegen können.

 

Kraftvolle Grüße, Ihre

 

Susanne Körner

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